Wenn von Hydroponik die Rede ist, denken viele an Pflanzen ohne Erde. Das stimmt, sagt aber noch wenig. Zwischen den Verfahren ohne Erde gibt es große Unterschiede. Bei der Highsociety Erfurt e.V., einem Cannabis Club in Erfurt, bauen wir im NFT Verfahren an. Hier erklären wir, was dahintersteckt.
Was „Hydro“ meistens bedeutet
In vielen Anlagen stecken die Wurzeln in Steinwolle oder Kokosfasern. Die Nährlösung wird zugetropft. Das Material speichert Wasser und Nährstoffe und gleicht kleine Schwankungen aus. Fachleute nennen das Substratkultur. Erde ist nicht im Spiel, die Wurzeln leben aber weiter in einem Medium.
Was NFT Hydroponik anders macht
NFT steht für Nutrient Film Technique. Die Pflanzen stehen in leicht geneigten Kanälen, durch die ständig ein dünner Film aus Nährlösung fließt. Die Wurzeln hängen frei darin und nehmen Wasser, Nährstoffe und Sauerstoff direkt auf. Ein Substrat dazwischen gibt es nicht.
Unsere Stecklinge starten in kleinen Steinwollwürfeln. Sobald die ersten Wurzeln herauswachsen, setzen wir sie in die Kanäle. Ab da wachsen die Wurzeln im fließenden Film weiter.
Im Gemüsebau ist das Verfahren verbreitet, vor allem bei Salat und Kräutern. Im Cannabisanbau ist es eine Nische.
Warum wir als Cannabis Club in Erfurt auf NFT setzen
Wir wollten von Anfang an einen eigenen Weg gehen. Ohne Substrat sehen wir direkt, wie es den Wurzeln geht, und die Nährstoffe kommen ohne Umweg an. NFT ist das Verfahren, in dem wir uns am besten auskennen.
Im September 2025 sind wir mit 19 Systemen gestartet. Heute laufen über 50 NFT Systeme in drei Anbauräumen in Erfurt. Die Räume arbeiten zeitlich versetzt, so wird nicht alles auf einmal geerntet.
Warum NFT anspruchsvoll ist
Kein Substrat heißt auch: kein Puffer. Fällt eine Pumpe aus oder verschiebt sich ein Wert in der Nährlösung, merkt die Pflanze das schnell. Deshalb gehört Kontrolle bei uns zum Alltag.
- Täglicher Rundgang: Jeden Tag misst jemand aus dem Grow Team pH Wert und Leitfähigkeit der Nährlösung, prüft Pumpen und Durchfluss und schaut sich die Pflanzen an. Alles kommt ins Protokoll.
- Wasserwechsel: Einmal pro Woche tauschen wir die Nährlösung vollständig aus. Das sind rund 1.000 Liter.
- Neustart nach jeder Ernte: Der Raum wird geleert, gespült und desinfiziert. Nach Einwirkzeit und Lüften folgt ein Check, erst dann beginnt der nächste Durchgang.
Das ist mehr Aufwand als bei vielen anderen Verfahren. Dafür wissen wir jeden Tag, wo wir stehen.
Selbst hineinschauen: Führungen für Mitglieder
Als Mitglied kannst du dir unsere Anbauräume bei einer Führung ansehen und alles fragen, was dich interessiert. Melde dich dafür bei uns. Wie wir prüfen, bevor eine Charge in die Abgabe kommt, steht auf der Seite Anbau und Qualität. Was eine Anbauvereinigung von einem Cannabis Social Club im Ausland unterscheidet, erklären wir im Beitrag Cannabis Social Club und Anbauvereinigung.
Mitglied werden kann, wer mindestens 21 Jahre alt ist und in Deutschland wohnt. Alles Weitere steht unter Mitglied werden.
Die Highsociety Erfurt e.V. ist eine Anbauvereinigung nach dem Konsumcannabisgesetz in Erfurt, umgangssprachlich auch Cannabis Club oder Cannabis Social Club (CSC) genannt. Die Weitergabe erfolgt ausschließlich an Mitglieder. Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Werbung.

